KAPITEL. ISTRIEN
Manchmal beginnt eine Reise nicht mit einem Plan,
sondern mit einem Moment.
Ein Morgen im Hafen von Pula.
Die Leinen werden gelöst, die Segel steigen langsam in den Wind.
Hinter uns bleiben die alten Mauern der Stadt, vor uns öffnet sich die ruhige Weite der Adria.
Eine Woche lang folgen wir keiner Eile.
Wir segeln entlang der istrischen Küste, ankern in stillen Buchten, besuchen kleine Orte, die mehr Geschichten tragen als Straßen.
An Bord entsteht aus einfachen Dingen ein Abendessen, während die Sonne langsam im Meer versinkt.
Es sind keine großen Distanzen, die diese Tage besonders machen.
Es sind die kleinen Augenblicke dazwischen.
Der Moment, wenn das Boot vor Anker zur Ruhe kommt.
Das erste Bad im offenen Wasser.
Ein Glas Wein im Cockpit, während die Küste langsam im Abendlicht verschwindet.
Am Ende kehren wir nach Pula zurück.
Doch etwas hat sich verändert.
Vielleicht die Geschwindigkeit der Gedanken.
Vielleicht der Blick auf das Meer.
Oder einfach das Gefühl,
für eine Woche ein anderes Leben geführt zu haben.
Ein Kapitel auf See.
Komm an Bord.
Das nächste Kapitel beginnt im Mai.
MÖGLICHE DRAMATURGIE.
8 Tage durch eine Inselwelt aus Stein und Pinien
Der Mai ist vielleicht die schönste Zeit in dieser Gegend.
Die Luft ist klar, das Meer ruhig, und die Inseln wirken, als würden sie gerade erst wieder aus dem Winterschlaf erwachen.
Die Segelsaison beginnt nicht mit Hektik.
Sie beginnt mit Licht.
Tag 1 — Pula
Empfang am Kai.
Der römische Hafen von Pula wirkt wie ein Tor zur Adria.
Am Abend gemeinsames Essen in der Altstadt.
Die Seekarte liegt später im Cockpit – und langsam entsteht die Route.
Tag 2 — Insel Cres
Erster längerer Schlag hinaus in den Kvarner.
Cres wirkt wild und ursprünglich.
Die Küste ist steinig, das Wasser tiefblau.
Ankern in einer ruhigen Bucht.
Tag 3 — Mali Lošinj
Segeln entlang der langen Insel Cres nach Mali Lošinj.
Ein lebendiger Hafen mit bunten Häusern und Cafés.
Abendlicher Spaziergang entlang der Uferpromenade.
Tag 4 — Insel Ilovik
Ein kurzer Segelschlag nach Ilovik.
Die Insel ist klein und fast vollständig autofrei.
Ankern vor dem Dorf.
Baden im warmen Frühlingswasser.
Tag 5 — Insel Unije
Segeln zurück Richtung Westen.
Unije liegt ruhig mitten im Meer, eine Insel ohne großen Hafen, ohne große Straßen.
Am Abend vielleicht ein Grill am Strand.
Tag 6 — Rovinj
Heute führt der Weg entlang der istrischen Küste.
Rovinj erscheint plötzlich am Horizont – eine der schönsten Städte der Adria.
Die Altstadt ragt direkt aus dem Wasser.
Tag 7 — Offenes Segeln vor Istrien
Kein Zielhafen.
Nur Segeln entlang der Küste.
Vielleicht ankern wir noch einmal in einer stillen Bucht.
Zeit für Logbuch und Gespräche im Cockpit.
Tag 8 — Rückkehr nach Pula
Letzter Schlag zurück in den Hafen.
Die Arena von Pula erscheint über den Dächern.
Das erste Kapitel des Jahres endet.
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